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Ob es sich bei den nun folgenden Tonbeispielen tatsächlich um Tonbandstimmen im Sinne von Jürgenson und Raudive handelt, vermag ich nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall weisen viele davon einige typische Merkmale auf, etwa die Bezugnahme der Aussage zu einer zuvor (manchmal sogar erst hinterher) gestellten Frage bzw. gemachten Bemerkung. Nicht alle der vorgestellten Stimmenbeispiele werden für jeden Hörer gleichermaßen gut verständlich sein: Was für den einen deutlich klingt, ist für den anderen oftmals nur "Kauderwelsch" - siehe hierzu auch die Anmerkungen am Schluß dieser Seite. Ich stelle deshalb diese Beispiele einfach ganz wertfrei vor und möchte gleichzeitig dazu ermutigen, eigene Experimente vorzunehmen, denn nichts überzeugt mehr als selbst erzielte Resultate!
Stimmenbeispiele, die nicht mit einem * gekennzeichnet sind, wurden vom Autor dieser Seiten eingespielt.
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Die Teile in eckigen Klammern sind für mich undeutlich zu verstehen.
| Microphone method |
Mikrofonstimmen bilden sich sozusagen "frei im Raum", ohne Zuhilfenahme eines zusätzlichen akustischen Hintergrundes. Der normale Geräuschhintergrund im Raum reicht als "Rohmaterial" aus. |
| TBS: "Du siehst, das kann ich nicht." |
| Frage: "Hallo meine liebe Mutti, wer von unseren Verwandten ist jetzt bei Dir und freut sich über meinen Gruß?" - TBS: "Die Mutti." / Gefilterter Ausschnitt: "Die Mutti." |
| Frage: "Bist du noch in meinem Umfeld?" - TBS: "Im Raum!" / Gefilterter Ausschnitt: "Im Raum!" |
| Conserve method |
Bei der herkömmlichen "Konservenmethode" wird während der Einspielung eine normale Sprachaufnahme – i.d.R. eine Fremdsprache – leise im Hintergrund abgespielt in der Hoffnung, daß dieses "Stimmen-Rohmaterial" in bezugnehmende Stimmen umgeformt wird. Hier habe ich ein wenig herumexperimentiert, um eine optimale Tonkonserve zum Einspielen zu erhalten. Meine Überlegung war, daß es bei mehreren übereinandergelagerten Stimmen ja eigentlich mehr Möglichkeiten zur Umformung geben müßte. Also mixte ich mit Hilfe von drei Cassettenrecordern männliche und weibliche Sprache (Nachrichtensprecher) so oft übereinander, bis vom Originaltext nichts mehr zu verstehen war ( Bei den "Konserven-Stimmen" muß man schon sehr genau hinhören – am besten mit Kopfhörern. Sie sind nur schwer zu verstehen; deshalb habe ich auch nur wenige Versuche damit gemacht. |
| Frage: "Gibt es bei euch etwas, was bei uns die Materie ist?" - TBS (nach 10 Sek.): "Diiie Mateeerie [ist über] Tonband" / Ausschnitt: "Diiie Mateeerie [ist über] Tonband" |
| Frage: "Kannst du dich mir zu erkennen geben?" - TBS: "Alfa" |
| Frage: "Welche Aufgabe hast du übernommen?" - TBS: "Ist er am Tonband dran?" |
| Frage: "...aber was dazwischen war, das konnt' ich nich' versteh'n." - TBS: "[...] Du bist ein Aaarschloch" |
| Rubbing method |
Im Prinzip eignet sich fast jedes Geräusch als akustisches "Rohmaterial" zur Bildung von Stimmen. Hier habe ich einfach mal mit einem Kieselstein auf einer zurechtgeschnittenen, rauhen Plastikfolie (von einem Schnellhefter), die sich auf dem Boden eines Topfes bedand, in langsam kreisenden Bewegungen herumgerieben. |
| Frage: "Reicht euch das aus zum Modulieren? - TBS: "Ja das klappt schön [...]" |
| Water method |
Hierbei wird das Geräusch von plätscherndem Wasser als akustisches "Rohmaterial" zur Bildung der Stimmen verwendet (siehe hierzu den Artikel |
| Wasserhahn + Elektret-Mikrofon |
Dies waren meine allerersten Versuche mit Wasserplätschern als akustischem Träger. Dazu stellte ich am Wasserhahn einen dünnen Strahl ein, bei dem ab der Hälfte der Länge einzelne Tropfen abrissen. Diese fielen dann in einen zur Hälfte gefüllten Topf, der im Spülbecken stand. Aufgenommen wurde das Ganze über ein Elektret-Mikrofon. Die Stimmen sind nicht ganz einfach aus dem Tröpfelgeräusch herauszuhören, aber mit einiger Übung gelingt es, das Geräusch "wegzuhören", so daß an einigen Stellen artikulierte Stimmen in den Vordergrund treten, die ich am ehesten als "roboterhaft" bezeichnen würde. |
| Frage: "Wir haben jetzt den 7.12." - TBS: "Roger!" - Frage (Fortsetzung ): "22 Uhr 32" |
| Frage: "...daß das Ding nicht funktioniert." - TBS: "Größer!" [Gefilterter Ausschnitt: Größer!] |
| TBS: "...oder ob ich überhaupt damit auf dem richtigen Weg bin." - TBS (nach einer Pause): "Ja, das glaub´ ich schonn." |
| Frage: "...Neunten. - Dezember natürlich. Oder? - Ja doch, ist der Neunte." - TBS: "Richtig, heut´ ist der Neunte!" |
| Frage: "Tach! Hallo!" - TBS: "Hallo, grüß dich, mein Jung!" |
| Frage: "...fänd´ ich nett." - TBS: "Du kleiner Kaputtmacher! Meisterhaft!" |
| Springbrunnenpumpe + Piezo-Lautsprecher |
Hier wurde zum Erzeugen des Wasserplätscherns eine Springbrunnenpumpe verwendet, die sich in einigen Metern Abstand zuerst in einem Gartenteich, später in einer großen Milchkanne aus Metall befand. Statt eines Mikrofons wurden mehrere in Reihe geschaltete Piezo-Hoch-Mitteltöner benutzt. Die Stimmen erhalten dadurch eine besondere Klangfärbung, während das ursprüngliche Plätschergeräusch vollkommen in den Hintergrund tritt. Mich erinnert der Klang dieser Piezo-Wasserstimmen immer ein wenig an einen sprechenden Wellensittich. Interessant ist jedenfalls, daß die Stimmen selbst öfters auf die "Piezos" hinweisen... |
| Frage: "...bei mir zu Hause gemeldet hat." - TBS: "Weiter Mikro! [Ultraschall defekt!] |
| Frage: "Ich grüße meinen Vater Robert Kohlgraf" - TBS: "Hat doch ooch'n Klangschalter – Kontakt!" - Frage: "und alle, die sich zur Zeit bei ihm befinden." * |
| Frage: "Wie kann ich die Einspieltechnik mit der Differenzmethode verbessern?" - TBS: "Vom Mikro weg, und dann wird's besser!" |
| Frage: "Bisher hab' ich Elektret-Mikros verwendet. Eignen die sich nicht so gut, wie die Piezos?" - TBS: "Nimm Piezos bitte!" [Gefilterter Ausschnitt: "Nimm Piezos bitte!"] |
| Fortsetzung des letzten Stimmenbeispiels: Frage: "Oder besser?" - TBS: "Keine Zweifel! [Kommt laut.]" |
| TBS: "Piezo!" |
| TBS: "Piezo. Piezo!" |
| TBS: "Haltet doch bitte Kontakt mit mir!" - Frage: "Ich r[ufe...]" |
| TBS: "Kontakt mit Jürgenson und Raudiiive - Raudive!" - Frage: "Also wir... hier sind wir nochmal!" |
Die folgenden Beispiele sind neueren Datums (Anfang 2008). Der Versuchsaufbau bestand aus einer ferngesteuerten Springbrunnenpumpe in einem Keramik-Übertopf mit Wasser. Als Mikrofon diente wieder ein Piezo-Lautsprecher mit nachgeschaltenem Vorverstärker; aufgenommen wurde direkt mit einem Netbook mit angeschlossener externer USB-Soundkarte. |
| TBS: "Wir sind ganz gespannt, Kontakte mit - den Menschen zu führen." |
| TBS: "Regenwasser ist besser!" |
| TBS: "Das Wasser ist pri-ma!" |
| Frage: "Was ist denn genau an dem Regenwasser besser?" - TBS: "Das ist viel stärker!" |
| Frage: "... oder soll ich den Teller lieber ganz draufmachen, oder ganz runtermachen?" - TBS: "Rrrunter!" |
| Uri Geller: "Draw that image!" - TBS: "Schwätzer!" - Dolmetscher: "Zeichnen Sie dieses Bild!" |
Diese Einspielmethoden sind in dem Artikel
EVP via computer: The speech synthesis method
ausführlich erklärt.
Bevor Sie jetzt vorschnell "das Handtuch werfen", weil Sie auf Anhieb nichts oder etwas ganz anderes verstanden haben, erlauben Sie mir die Anmerkung, daß fremde Stimmenbeispiele niemals die selbst eingespielten Stimmen ersetzen können! Nur aufgrund eigener Versuche sollte man sich ein Urteil bilden, da man dabei ganz automatisch das richtige "Hören" lernt (genau wie Funker Übung darin brauchen, verrauschte oder gestörte Funksprüche zu entziffern). Außerdem sind Stimmen, die einen selbst ansprechen und auf Fragen antworten, natürlich auch viel eindrucksvoller. Und nicht zuletzt kann man sich auch nur bei selbst durchgeführten Einspielungen sicher sein, daß alles "mit rechten Dingen zugeht", d.h. daß nicht etwa "getrickst" wurde.
Falls Sie das Ganze jedoch für nichts weiter als Einbildung und bloßes "Wunschdenken" halten (ähnlich wie man in Wolkenformationen oder in Holzmaserungen Figuren und Gesichter sehen kann), dann bedenken Sie, daß die Problematik des Verstehens von Sprache nicht nur auf Tonbandstimmen zutrifft, sondern auf alle Arten von sprachlichen Informationen, wenn sie nur kurz genug sind und ohne einen sprachlichen Kontext für sich alleine stehen. Wenn Sie das nicht glauben, dann machen Sie doch einmal folgenden Versuch: Schneiden Sie aus einer schwachen und verrauschten Mittelwellen-Radiosendung wahllos zwei, drei aufeinanderfolgende, kurze Worte heraus und spielen Sie diese verschiedenen Leuten vor. (Fidelio Köberle, ehemaliger 1. Vorsitzender des VTF e.V., hat dies einmal mit dem Satzfragment "Regen und Kohle" gemacht, das er dann den Teilnehmern eines Volkshochschulkurses vorspielte.) Man wird überrascht sein, wieviele verschiedene "Deutungen" dabei zustandekommen...
Oder hören Sie sich doch mal
diese Aufnahme an und notieren Sie Wort für Wort, was Sie hören. Es handelt sich
dabei übrigens um einen schwatzenden Wellensittich. Da der Vogel jahrelang in unserer Familie gelebt hat, ist es für die
Familienmitglieder überhaupt kein Problem zu verstehen, was er "sagt". Genauso ist es mit den Tonbandstimmen, wenn man sich
mit ihnen eine längere Zeit befaßt hat.
Das bisher einzige Feedback eines Seitenbesuchers ergab übrigens, daß 15% der vom Wellensittich "gesprochenen" Wörter nicht gehört, 72% falsch gehört und nur 13% richtig gehört wurden. Dies bestätigt meine Annahme, daß das Problem mit dem "Hineininterpretieren" (ein Lieblingsargument von TBS-Skeptikern) eben nicht "TBS-spezifisch" ist, sondern daß das genauso auch für andere "Stimmen-Verursacher" gilt. Mit anderen Worten: Daß andere Personen die meisten TBS-Aussagen nicht nachvollziehen können, belegt nicht, daß es keine TBS gibt, sondern nur, daß andere Personen diese Art zu hören nicht gewohnt sind.