Experimentelle Untersuchung von Fremdbezügen im Tonbandstimmen-Phänomen

Margot Tschapke und Johannes Hagel
12. Oktober 1998


Überblick

In dieser Abhandlung wird über eine Versuchsreihe berichtet werden, die von Margot Tschapke (Margot) und Johannes Hagel (Johannes) über einen Zeitraum von etwa drei Monaten hinweg durchgeführt wurde, und die die Möglichkeit von Fremdbezügen in Tonbandstimmen (TBS) belegen soll. Mit Hilfe von Einspielungen, die nach vorher von uns genau festgelegten Fragestellungen vorgenommen wurden, beabsichtigten wir, sinnvolle Bezüge zu erzielen, die den jeweils anderen Versuchspartner, sowie Episoden und Umstände aus dessen Leben betreffen. Den positiven Ausgang eines solchen Experimentes vorausgesetzt erzielen wir auf diese Weise einerseits eine gewisse Objektivierung des Phänomens und andererseits einen Nachweis für eine echt paranormale Komponente in TBS. Allerdings ergibt sich aus einem positiven Ausgang auch die Notwendigkeit, das animistische Erklärungsmodell, welches unsere Arbeitshypothese darstellt, in entscheidenden Punkten zu erweitern, da dieses dem vollen Erscheinungsbild des vielschichtigen Phänomens nicht mehr voll gerecht werden kann.


1. Einleitung

Schon kurz nach ihrer Entdeckung [1] wurde klar, daß TBS in vielen Fällen nicht nur sinnvolle Stimmsequenzen auf Tonträgern darstellen, sondern daß der gesprochene Inhalt dieser Stimmen sich oft auf den Einspieler bezieht. Dies kann auf mannigfache Weise geschehen. In den einfachsten Fällen wird nur der Name des Einspielers genannt oder Namen, die einen direkten Bezug zum Bekanntenkreis oder der Familie des Einspielers haben. In komplizierteren Fällen kommen aber auch allgemeine Lebensumstände oder "Ratschläge" bezüglich verschiedenster, oft auch sehr persönlicher Lebenssituationen zur Sprache. Und letztlich treten auch noch verschlüsselte Informationen auf, die große Ähnlichkeit mit Trauminhalten aufweisen Können und deren Entschlüsselung oft nicht gelingt. Es folgen drei von Margot und Johannes eingespielte Beispiele, die diese Eigenschaften von bezugnehmenden TBS belegen sollen.


Beispiel 1.1 (Bezug mit Name)

Diese Einspielung wurde von Margot auf Kurzwelle erzielt und sie enthält deutlich hörbar den Namen "Margot".
Der Text, den Johannes hört ist: "DU MARGOT", während Margot "LIEBE MARGOT" hört.

 fremd1b.wav [18 KB]


Beispiel 1.2 (Bezug mit Lebensumstand)

Dieses Beispiel stammt von Johannes und wurde ebenfalls mit der Radiomethode (UKW) erzielt.
Der Text ist: "HANNES HAT L'ARANGEN GEZAEHLT"

 fremd2b.wav [40 KB]

Das Wort "aranga" ist portugiesisch und bedeutet Orange. (Sumo de l'aranga ist der Orangensaft). In unserem Garten in Madeira, wo Johannes beruflich tätig war, hatten wir auch einige Orangenbäumchen. Allerdings ist das maderensische Klima für Orangen zu feucht, und sie gedeihen daher nur schlecht. Wenn doch mal Früchte kamen, gingen wir regelmäßig zu unseren Bäumchen und zählten die Orangen. Meist waren es nur drei bis fünf Früchte pro Ernte. Interessant ist bei dieser TBS auch, daß das Wort "aranga" eine deutsche Akusativendung bekommen hat, richtig portugiesisch müßte "ARANGAS" statt dem eingedeutschten ARANGEN stehen. Auch der Artikel L' ist gemäß der portugiesischen Grammatik falsch gesetzt.


Beispiel 1.3 (Verschlüsselte Information)

Dieses Beispiel stammt auch von Johannes und der Text (weibliche Stimme) ist: "ICH MUSS ZUM ZUG GEHEN"
Bis heute konnte diese Information nicht eindeutig zugeordnet werden.

 fremd3b.wav [46 KB]

Das vermehrte Auftreten von TBS mit scheinbar bezuglosen Inhalten brachte uns auf den Gedanken, daß in diesen Stimmsequenzen möglicherweise Bezüge zu Zweitpersonen enthalten sein könnten, wobei wir keinerlei Mechanismus im Auge haben, der die Übertragung eines solchen Zweit- oder allgemeiner Fremdbezuges bewerkstelligen könnte. Als Konsequenz dieser Überlegungen schlug Margot vor, eine kontrollierte Versuchsreihe zu unternehmen, in deren Verlauf Margot und Johannes eine Reihe von Einspielungen mit genau definierten Methoden vornehmen sollten. Hierbei sollte Margot die Fragen stellen

und Johannes sollte fragen:

Die Versuchsreihe begann am 21. Juli 1998 und endete am 6. Oktober 1998. Die Beiträge von Johannes zu den Einspielungen beginnen erst am 11. August 1998 , da er eigene TBS erst seit dieser Zeit erzielt.

In Kapitel 2 beschreiben wir die genauen Versuchsbedingungen und die Einspielmethoden, die wir verwendet haben. Kapitel 3 beinhaltet eine komplette schriftliche Auflistung aller Ergebnisse unserer Reihe sowie einige besonders deutliche Stimmbeispiele, die wir erzielt haben. Schließlich präsentieren wir in Kapitel 4 eine statistische Auswertung unserer Ergebnisse.

Es muß noch gesagt werden, daß wir bei insgesamt 6 erzielten TBS von einer Veröffentlichung abgesehen hatten, obwohl sie alle unsere Versuchsbedingungen erfüllen. Der Grund dafür ist, daß diese TBS Tatsachen aus dem Leben von Margot bzw. Johannes beinhalten, die privat sind.

Am Ende dieser Einleitung folgt noch eine von Margot und Johannes gemachte Erklärung:


Wir, Margot Tschapke und Johannes Hagel, erklären hiermit ehrenwörtlich, daß alle unsere in diesem Bericht präsentierten Ergebnisse authentisch sind und nur von uns erzielt wurden nach den in Kapitel 2 beschriebenen Einspielmethoden. Es gab während der gesamten Dauer der Versuchsreihe keine Beteiligung von Drittpersonen. Während des größten Teiles der Reihe, d.h. vom 21.7.1998 bis zum 15.9.1998, beschränkte sich der Kontakt zwischen Margot und Johannes auf E-Mails; erst danach gab es auch eine telephonische Verbindung. Zu Beginn der Versuchsreihe verfügte weder Johannes noch Margot über irgendwelche Informationen aus dem Leben des jeweils anderen Versuchspartners und es gab bis heute keine persönliche Begegnung.

Genf und Köln am 13. Oktober 1998

Margot Tschapke und Johannes Hagel


2. Versuchsbedingungen und Einspielmethoden

Der praktische Ablauf unseres Versuches gestaltete sich folgendermaßen: Zunächst nur Margot und später dann auch Johannes spielten nach einer der Varianten der Radiomethode ein, wobei sie die erwähnten Fragen - entweder laut ausgesprochen oder gedacht - stellten. Danach suchten sie nach TBS, digitalisierten die gefundenen Tonsequenzen, bearbeiteten gegebenenfalls die Dateien, um die Verständlichkeit der TBS zu erhöhen und schickten die so erzielten Resultate zusammen mit der niedergeschriebenen eigenen Interpretation mittels E-Mail (Internet) an den anderen Partner. Dieser ging nach Empfang der Dateien in zwei Schritten vor: Zunächst hörte er die TBS unter Verwendung eines Windows 95 Recorders ab und verglich das, was er hörte mit der geschriebenen Interpretation. Eine TBS wurde als für die Versuchsreihe zugelassen erklärt, wenn der zweite Partner die Interpretation des ersten Partners als zumindest eine mögliche Eigeninterpretation erkannt hat. War diese Bedingung erfüllt, so suchte der zweite Partner nach Bezügen zum eigenen Leben. Hier kommt zwangsläufig ein gewisses subjektives Element in das Spiel, da die Entscheidung des zweiten Partners, ob ein gehörter und verifizierter Inhalt zu seinem Leben Bezug hat, für den ersten Partner immer eine subjektive Entscheidung sein muß. Natürlich ist der Grad an Subjektivität größer bei Bezügen zu allgemeinen Lebensumständen als etwa bei der Frage nach Namen oder konkreten Ereignissen. Um den Grad an Subjektivität möglichst gering zu halten, bestehen wir darauf, daß jeder der Versuchspartner seinen Bezug zu jeder der ihn betreffenden TBS mit eigenen Worten erklärt und seinen Bezug somit der objektiven Beurteilung des zweiten Versuchspartners bzw. der Öffentlichkeit aussetzt.

Als Einspielmethoden wurden verschiedene Variationen der Radiomethode verwendet. Es wurden die Wellenbereiche Kurzwelle (KW) und Ultrakurzwelle (UKW) verwendet. Abgehört wurde bei KW vorwärts und rückwärts (gekennzeichnet durch die Kürzel KWV und KWR) und bei UKW nur rückwärts (UKR). Während bei der "normalen" Radiomethode die Sender stets unscharf abgestimmt werden, werden bei der 2-Radio Methode [2] , die ebenfalls zur Anwendung kam (gekennzeichnet durch 2UK im Falle von UKW und 2KV bzw. 2KR für KW- vorwärts bzw. rückwärts), zwei scharf eingestellte Sender verwendet. Dies äußert sich in einer wesentlichen Reduktion des Rausch- und Verzerrungsanteils in den eingespielten TBS.

Während Margot alle Einspielungen auf einen Kassettenrecorder vornahm und direkt am Recorder nach TBS suchte und die gefundenen TBS erst danach vom Recorder auf den Computer überspielte, nahm Johannes sämtliche Einspielungen direkt über ein Mikrophon (Elektretkapsel), welches 2 cm vor dem Radiolautsprecher hing, in den Computer auf. Die hierfür verwendete Software war das Programm CoolEdit von Syntrillion Software. Dieses Programm benützte Johannes dann auch direkt zum Suchen, Identifizieren, Bearbeiten und Archivieren der gefundenen TBS. Als Bearbeitungsmethoden einer gefundenen TBS gestatteten wir folgende Operationen (alle in CoolEdit):

1. Verstärken oder Abschwächen der gesamten Tonsequenz (Verstärken von Teilen der Sequenz lassen wir nicht zu).

2. Noisereduktion nach CoolEdit von Teilen oder der gesamten Sequenz

3. Frequenzfilterung der gesamten Sequenz mit der FastFourierTransform (FFT) Methode in CoolEdit.

4. Hinzufügung einer Verzerrung (bis zu 15 %) zur gesamten Sequenz zur Erhöhung der Dynamik.

Insbesondere lassen wir keine Manipulationen, wie die Streichung von Teilen einer TBS zur Erzielung eines "besser verständlichen Inhaltes bzw. Bezuges" zu!


3. Beschreibung der Ergebnisse

Im Verlaufe unserer Versuchsreihe haben Margot und Johannes mit den im vorherigen Kapitel beschriebenen Methoden je etwa 150 TBS eingespielt und archiviert. Während die meisten dieser im Allgemeinen klar verständlichen TBS entweder Eigenbezüge zum Einspieler oder bezugslose Inhalte aufweisen, so finden sich einige Einspielungen, in denen sich sehr klare Bezüge oder Tatsachen aus dem Leben des zweiten Versuchspartners finden. Insgesamt haben wir pro Partner 13 solcher TBS entdeckt, was somit einen Anteil von

9 % aller eingespielten TBS bedeutet. Es sollen nun alle jene Stimmen mit Fremdbezug aufgelistet und erklärt werden, außer den 6 schon erwähnten mit zu persönlichen Inhalten. Wie schon festgelegt, werden diese Bezüge von jeweils dem Betroffenen (Margot oder Johannes) mit deren eigenen Worten erläutert: Es versteht sich von selbst, daß wir beide im Augenblick der Einspielung nichts von den Bezügen wußten, die der andere Partner beim Abhören entdeckte.


3.1 Bezüge zu Johannes in TBS, die von Margot eingespielt wurden


Nr. 1 Datum 21. Juli 1998: Methode UKR

 fremd4b.wav [57 KB] "REDUZIERE DOLCE VITA"

Erklärung: Ich war im Mai dieses Jahres an einer Lungenentzündung erkrankt und mußte 14 Tage lang das Bett hüten. Nach Ausheilung der Krankheit gegen Ende Mai war ich bei einer Kontrolluntersuchung bei meinem Hausarzt. Dieser bemängelte mein Übergewicht und machte mich auf damit verbundene eventuelle Gefahren aufmerksam. Seine für mich nicht sehr angenehmen Ausführungen beendete er mit dem Ausspruch: "Es wird langsam Zeit, das dolce vita zu reduzieren". Damit meinte er natürlich meine Vorliebe zu gutem Essen.


Nr. 2 Datum 27. Juli 1998 Methode KWR

 fremd5b.wav [23 KB] "SEINE TOCHTER SUCHT MENSCHEN"

Erklärung: Einerseits habe ich wirklich eine Tochter, was Margot zum Zeitpunkt dieser Einspielung nicht wußte. Andererseits bemerkten wir (meine Frau Johanna und ich) gerade zu dieser Zeit, daß unsere Tochter begann, sich nach Spielgefährten zu sehnen. Sie ist heute etwas über drei Jahre. Das brachte uns auf den Gedanken, daß es wohl Zeit für eine Anmeldung im Kindergarten wäre, was inzwischen geschehen ist.


Nr. 3 Datum 27. Juli 1998 Methode KWR

 fremd6b.wav [10 KB] "ER IST KRANK"

Erklärung: Da sonst keine Erkrankung vorliegt, ist die einzige Möglichkeit eines Bezuges meine Lungenentzündung vom Mai 1998. Allerdings spürte ich die Folgen dieser im Juli schon ausgeheilten Krankheit zum Zeitpunkt dieser Einspielung noch sehr deutlich (Schwächezustände und Kreislaufprobleme).


Nr. 4 Datum 27. Juli 1998 Methode KWV

 fremd7b.wav [32 KB] "SING ES LAUT PROFESSOR"

Erklärung: Diese Einspielung enthält zwei auf mich zutreffende Bezüge: Erstens singe ich gerne und laut, war auch einmal Mitglied in einem Genfer Gesangsverein. Zweitens bin ich seit fünf Jahren Professor der Universität von Madeira in Portugal. Beides wußte Margot zum Zeitpunkt dieser Einspielung nicht.


Nr. 5 Datum 5. August 1998 Methode KWV

 fremd8b.wav [17 KB] "BEFINDET SICH IN MADERE"

Erklärung: Von 1992 bis Ende 1997 lebte ich auf der Insel Madeira (Portugal) und arbeitete auf der Universität dieser autonomen Region als Physiker in Lehre und Forschung. Zum Zeitpunkt dieser Einspielung wußte Margot davon nichts. Interessant ist, daß die Zeitangabe dieser Stimme nicht stimmt (Es müßte heißen "BEFAND") und daß die französische Bezeichnung MADERE anstatt des portugiesischen oder deutschen Wortes MADEIRA verwendet wird. Solche "Fehler" haben wir im Laufe unserer Versuche des Öfteren bemerkt.

Anmerkung: Als zweite mögliche Interpretation dieser TBS findet Margot noch: "TAEGLICH DIE MOTHER"


Nr. 6 Datum 6. August 1998 Methode KWR

 fremd9b.wav [24 KB] "WAR AUF TERASSE"

Erklärung: Betrifft meine Zeit auf Madeira in zweifacher Hinsicht. Einmal durch die Tatsache, daß unser Haus auf einem großen terrassenartigen Felsvorsprung gebaut war (Bezirk Santa Lucia-Pena in Funchal), andererseits dadurch, daß wir eine große Terrasse vor unserem Haus in Richtung Garten hatten, auf der wir uns bei schönem Wetter (also fast immer) gerne aufhielten.


Nr. 7 Datum 16. August 1998 Methode KWR

 fremd10b.wav [24 KB] "SOVIELE KINDER OH DU SCHEISSE"

Erklärung: Wieder ein sehr persönlicher aber um so deutlicherer Bezug. Wir haben zwei Kinder, ein Mädchen und einen Knaben (3 und 1 Jahr). Meine Frau Johanna möchte gerne noch ein weiteres Kind, ich selbst bin da eher skeptisch. In einem Gespräch darüber (so etwa um den 10. August) antwortete ich Johanna auf diesen Wunsch mit dem Satz: "Sch..., doch nicht soviele Kinder!"


Nr. 8 Datum 6. September 1998 Methode 2KR

 fremd11b.wav [18 KB] "NACHTFREIE HOSEN"

Erklärung: Und nochmals ein etwas persönlicher Bezug zu mir. Er besagt einfach, daß ich die Gewohnheit habe, nachts frei, das heißt ohne irgendein Gewand zu schlafen.


Nr. 9 Datum 7. September 1998 Methode 2KR

 fremd12b.wav [15 KB] "REINMACHEN KANN ICH DEN MOPS"

Erklärung: Wir haben in unserer Familie einen Hund, genauer gesagt einen Mops. Dieser ist mit seinen fast 14 Jahren schon sehr alt und manchmal ist es trotz größter Eile mit dem Rauskommen zu spät. Dann muß der Mops eben wieder gereinigt, also rein gemacht werden.


Nr. 10 Datum 14. September 1998 Methode 2UK

 fremd13b.wav [19 KB] "DER BRAVE IST IM KINDERGAERTCHEN"

Erklärung: Seit dem 1. September geht meine Tochter regelmäßig in den Kindergarten hier in Genf, was ihr sehr gefällt. Diese TBS "verwechselt" also meine Kinder, trifft die Tatsache an sich aber genau.


Nr. 11 Datum 20. September 1998 Methode 2KR

 fremd14b.wav [16 KB] "MEINE AUSSCHLAEG HEILEN NICHT AUS"

Erklärung: Seit einigen Jahren habe ich eine harmlose, wahrscheinlich auf eine unbekannte Allergie zurückführende Hautreizung auf beiden Beinen, die sich durch eine leichte Rötung äußert. Eine Heilung gestaltet sich schwierig, da das Allergen unbekannt ist.


3.2 Bezüge zu Margot in TBS, die von Johannes eingespielt wurden


Nr. 1 Datum 19. August 1998 Methode UKR

 fremd15b.wav [43 KB] "ICH HABE MUFF, HABE KEINEN MOPS"

Erklärung: Ich (Margot) habe einen sehr starken Bezug zu dem Wort "Muff". Ich habe diese Dinger als Kind einfach bewundert. Mein sehnlichster Wunsch war es, einen Muff zu besitzen... Ein Muff... das war mit das Schönste, was ich mir vorstellen konnte. Wahrscheinlich wäre mir dieser Wunschtraum gar nicht mehr eingefallen, wenn dieses Wort nicht in dieser Einspielung von Johannes aufgetaucht wäre. Selbstverständlich konnte Johannes von diesem Wunsch nichts wissen. Der Mops allerdings bezieht sich nicht auf mich, sondern auf Johannes.


Nr. 2 Datum 25. August 1998 Methode UKR

 fremd16b.wav [58 KB] "DEINE SCHNAUZE HAB ICH SO GERN, ISABELLE!"

Erklärung: Ja, eine Isabel kannte ich aus meiner Zeit auf der Insel Mallorca. Es war eine Frau, die schon über 90 war, und ich hatte "Ihre Schnauze" (im Sinne von ihren

Sprachgebrauch) wirklich gern. Auch das konnte Johannes nicht wissen.


Nr. 3 Datum 28. August 1998 Methode UKR

 fremd17b.wav [32 KB] "WARST VERLIEBT IN WILLI"

Erklärung: Hier fiel mir spontan ein bezug zu einer leider inzwischen verstorbenen Freundin von mir aus Mallorca ein, die in einen Mann mit Namen Willi verliebt war.


Nr. 4 Datum 4. September 1998 Methode 2UK

Zwei Stimmen überlagert:

 fremd18b.wav [38 KB]

Männliche Stimme: "ICH HOERE, DASS JEMAND PLATZ HABEN WILL"
Weibliche Stimme: "JA ES GEHT NICHT GUT"

Erklärung: In dem Alten- und Pflegeheim in Köln, dem ich vorstehe, wurde von einer meiner Angestellten jemandem fälschlicherweise ein Platz zugesagt, der nicht vorhanden war. Genau zum Datum dieser Einspielung von Johannes kam es dadurch zu allergrößten Schwierigkeiten bei uns, indem die Person, der jener Platz zugesagt wurde ankam, um ihn zu beanspruchen.


Nr. 5 Datum 15. September 1998 Methode 2UK

 fremd19b.wav [42 KB] "BABYSITTEN, AUSTRAGEN TRAU ICH MICH NICHT"

Erklärung: Betrifft eine Bekannte von mir. Sie mag Kinder rein prinzipiell, solange es nicht eigene Kinder sind.


Nr. 6 Datum 17. September 1998 Methode 2UK

 fremd20b.wav [65 KB] "HERBERT ICH MUSS NOCH LEBEN VON DIR BITTE WAS WAR FALSCH"

Erklärung: Herbert ist einer meiner Nachbarn, der mit seiner Frau eine problematische Ehe führt. Das geht soweit, daß sich die Beiden sogar auf offener Straße beschimpfen, wovon ich einige Male Zeugin war.


Nr. 7 Datum 1. Oktober 1998 Methode 2UK

 fremd21b.wav [38 KB] "OCH WEIL DIE REFORM STATTFINDET"

Erklärung: Erst einige Tage nach dem Hören dieser Stimme wurde mir ein möglicher, allerdings für mich sehr wichtiger beruflicher Bezug klar. Es handelt sich um die Einführung der Pflegeversicherung dieses Jahr in Deutschland.


4. Diskussion der Resultate und Beobachtungen

Das wichtigste Resultat dieser unserer Versuchsreihe wird durch folgende Feststellung umrissen:

Tonbandstimmen, die von einer Person eingespielt werden, können prinzipiell deutliche Bezüge zum Leben und den Lebensumständen von Zweitpersonen beinhalten. Eine solche TBS wird vom Einspieler als bezugslos erlebt und nichts deutet auf den Zweitbezug hin. Dieser kann nur durch die betreffende Person verifiziert werden, das heißt seine Feststellung ist an ein Experiment, von dem und über dessen Bedingungen beide Personen wissen, gebunden.

Hierzu zunächst einige Kommentare. Der erste Teil obiger Aussage ist durch diese Versuchsreihe von Margot und Johannes unserer Meinung nach eindeutig belegt. Dies hat aber wesentliche Konsequenzen.

1. Zunächst bedeutet die Tatsache von Zweitbezügen einen Beweis der realen Existenz des Tonbandstimmenphänomens an sich. Dies deshalb, weil wir eine bestimmte Form von Informationsübertragung feststellen können, die an das Abhören von möglicherweise auch sehr undeutlichen bzw. mehrdeutigen Einspielungen gebunden ist. Als Beispiel sei Stimme Nr. 5 von Margot genannt. Eine Information über den Aufenthaltsort von Johannes, zwar zeitlich versetzt aber sonst eindeutig.

2. Aus unseren Ergebnissen ergibt sich klar die Notwendigkeit der Erweiterung des animistischen Erklärungsmodelles des Tonbandstimmenphänomens. Die einfache Annahme, daß TBS stets aus dem Unterbewußtsein des Einspielers herrühren, sozusagen verallgemeinerte Traumaussagen darstellen, kann nicht gehalten werden, da es sonst nicht möglich wäre, Fremdbezüge zu erhalten. Es ist nicht Thema dieser Arbeit, solche notwendigen Erweiterungen zu entwerfen.

Der zweite Teil obiger Aussage beschreibt die Art der Informationsübertragung, die wir feststellen. Es bedarf eines angelegten Experimentes mit Versuchspersonen, die von dem Experiment wissen und sich nach bestimmten Regeln daran beteiligen, um den Effekt der Zweitbezüge feststellen zu können. Dies bedeutet, daß zum Beispiel Margot niemals eine TBS mit folgendem Inhalt erhielt:

"DER JOHANNES HAGEL AUS GENF WAR EINMAL AUF MADEIRA"

sondern eben nur

"BEFINDET SICH IN MADERE"

Hätte Margot diese TBS (Nummer 5 ihrer Serie) erhalten, ohne von Johannes oder ohne von einem Experiment mit ihm zu wissen, so hätte sie diese Einspielung als kuriose aber bezugslose TBS archiviert und später wahrscheinlich vergessen. Ebenso wäre es Johannes im umgekehrten Fall mit der TBS:

"OCH, WEIL DIE REFORM STATTFINDET"

ergangen.


4.1 Das Problem der Namen

Es darf auch nicht verschwiegen werden, daß es sowohl Margot, als auch Johannes aus uns nicht vorstellbaren Gründen niemals gelungen ist, die korrekten Namen der Kinder von Johannes sowie den Namen von Margots Mutter zu erhalten. Auf diese Frage hin erhielten wir zwar durchaus konkrete und verständliche Namen, aber diese waren stets falsch. Zur Dokumentation diene die folgende Einspielung von Margot, die sie bekam, als sie ihre Frage stellte:

 fremd22b.wav [25 KB] "BRIGITTE!"

Auch ausweichende Antworten auf die Frage nach den Namen waren zu beobachten. Das interessanteste Beispiel in dieser Richtung wurde von Margot eingespielt. Es handelt sich um eine zwei Komponenten Aufnahme [2] (scharf eingestellter KW Sender + Halleffekt eines großen Raumes). Nach der Anfrage von Margot kommt unmittelbar die Antwort:

 fremd23b.wav [60 KB] "IST NE GUTE FRAGE"

Ein weiteres Beispiel von Johannes ergab sich auf die Frage nach dem Namen von Margots Mutter:

 fremd24b.wav [50 KB] "WIR WERDEN IM SCHWEIZERHAUS ESSEN, WAS MARLENE!"

Trotz der Klarheit dieser Aussage (Methode 2UK) muß festgestellt werden, daß der Name nicht auf Margots Mutter zutrifft. Auch sonst konnte von uns beiden kein Bezug festgestellt werden.

Die scheinbare Unmöglichkeit, konkrete Namen zu erfahren, erstaunt um so mehr, als wir auf unsere allgemeinen Fragen nach dem Leben des jeweils anderen Versuchspartners spontan sehr zutreffende Informationen erhalten haben.

Eine Vermutung unsererseits ist, daß es ganz allgemein (also nicht nur auf Namen bezogen) viel schwieriger ist, Antworten auf punktuelle Fragen zu erhalten, als auf allgemeine. Und das obwohl allgemeine Fragen durchaus punktuelle Antworten ergeben können.


5. Zusammenfassung und Ausblick

In dieser rein experimentell angelegten Untersuchung haben wir gezeigt, daß Tonbandstimmen Bezüge zu Personen beinhalten können, die mit dem Einspieler nicht identisch sind und von diesem geographisch und auch persönlich vollständig getrennt sind. Die geographische Distanz im Falle unseres Experimentes ist die zwischen Genf (Schweiz) und Köln (Deutschland), also etwa 1000 km. Und auch persönlich kannten sich beide Teilnehmer zu Beginn dieser Versuchsreihe nicht. Dies in dem Sinne, daß beide Versuchspartner über keinerlei Informationen über den zweiten Partner verfügten.

Mit dem Nachweis von konkreten Zweitbezügen in TBS ist indirekt auch die reale Existenz des Tonbandstimmenphänomens erwiesen, da die Informationen über den anderen Versuchspartner direkt aus dem Abhören der fraglichen TBS erhalten werden.

Trotz dieser beiden aus unserem Experiment folgenden Ergebnisse sind noch viele Fragen offen, die weiterer Forschungsarbeit bedürfen. Einige interessante Möglichkeiten für weiterführende Untersuchungen wären:

1. Theoretische Untersuchungen über mögliche Mechanismen der Informationsübertragung, welche zu Zweitbezügen führt. Ansätze wären telepathische Mechanismen, Synchronizitätsmechanismen (im Sinne von Jung oder verallgemeinert auf komplexe Systeme angewendet) oder eine mögliche Interaktion von Drittinstanzen, wobei dieser Begriff noch zu definieren wäre.

2. Untersuchungen der Möglichkeit von Drittbezügen, also Bezüge, die auf Personen außerhalb der zwei Experimentatoren liegen. Dies könnte im Sinne einer einfachen Erweiterung unseres Experimentes geschehen, wobei scheinbar bezugslose TBS auf ihr Zutreffen auf eine definierte und am Experiment beteiligte Drittperson von dieser überprüft werden könnten.

3. Ein weiteres interessantes Projekt, welches wir in Angriff nehmen wollen, ist die Untersuchung von zeitversetzten (oder präkognitiven) Bezügen. Zu diesem Zweck werden wir mehrere Jahre alte Einspielungen wiederum abhören und auf TBS mit aktuellen Bezügen hin untersuchen.

Zum Abschluß dieser Arbeit möchten wir alle interessierten Tonbandstimmenforscher aufrufen, unser Experiment nachzuvollziehen um später auch zu statistisch verwertbaren Ergebnissen zu gelangen. Dies sollte in einfacher Weise gelingen, weil das TBS Phänomen prinzipiell von leicht reproduzierbarem Charakter ist.


Danksagung

Wir möchten uns bei allen Mitgliedern der VTF Mailingliste für ihr Wohlwollen unserer Arbeit gegenüber sowie für die viele Geduld bedanken, die sie bis zum Erscheinen unserer Ergebnisse aufgebracht haben.


Referenzen

[1] Juergenson F., Goldmann Verlag Nr. 11727

[2] Tschapke M. und Hagel J., Zur Zwei-Radio-Methode beim Einspielen von Tonbandstimmen, Forschungsbericht 1998


Zur Homepage der Tonbandstimmen-Mailingliste